Oktober 2019

 

The Sound Routes II presents

Sonntag 13.10.2019 16:00 | Café

Eintritt: AK: 10,- € / 5,- € (ermäßigt) / 3,- € (Berlin Pass), VVK: 5,- € zzgl. Gebühr

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Fuasi Abdul-Khaliq

Produktion

HOMAGE SESSION RELOADED

Jazz-Musiker_innen nehmen weltweit verschiedene Einflüsse oder Traditionen auf - und treiben damit auch unterschiedliche Entwicklungen voran. Besonders in Berlin, einer von Migration, Exil und hoher Mobilität geprägten Stadt, treffen daher klassische und traditionelle Musik-Genres aus unterschiedlichen Geographien aufeinander, die die Berliner Jazz-Landschaft in entsprechend besonderer Weise prägen und erneuern.

Nach dem großartigen Erfolg der HOMAGE SESSION in 2018, zeitgleich die Gründung der LITTLE BIG BAND - dem hauseigenen World-Jazz-Ensemble der WERKSTATT DER KULTUREN, dem einzigen dieser Art bundesweit, schließen wir nun an, mit dem Format HOMAGE SESSION RELOADED.

Ein Format, bei dem wir im 1. Set einen Impuls setzen, indem wir ein Album des WorldJazz vorstellen. Dieser wird dann im Rahmen der sich anschließenden Jam Session von möglichst vielen Musiker_innen unterschiedlicher Herkünfte aufgegriffen und weiterentwickelt.

Ladet eure Freund*innen auf Facebook ein!
 


In dieser Edition der HOMAGE SESSION RELOADED wird das World-Jazz-Ensemble der WERKSTATT DER KULTUREN, die Little Big Band, das Album "Senzo" von Abdullah Ibrahim/Dollar Brand spielen.

 

Besetzung

  • Reggie Moore - piano
  • Matt Adomite - piano
  • Eric Vaughn - drums

 

"Senzo" von Abdullah Ibrahim

Das Album erhielt den "Preis der deutschen Schallplattenkritik" (Bestenliste 4/2008) in der Kategorie Jazz als herausragende Produktion.

Auf „Senzo“ setzt sich Abdullah Ibrahim solo ans Piano und erschafft eine direkte Verbindung von afrikanischen Roots mit amerikanischem Jazz und europäischer Kunstmusik. Seine Spiritualität kommt ganz ohne Esoterik und Ätherik aus, sein Ton ist von nahezu erschütternder Klarheit. Was sich für den Jazz-Kenner wie ein Höchstmaß musikalischer Reduktion auf die Essenz des Ausdrucks ausmacht, ist für den jazzfremden Hörer einfach nur entwaffnend schöne Musik. Ibrahim improvisiert, ohne dabei seinen oder den Intellekt des Hörers zu überfordern. Seine einfache Formel lautet: „No mind“. Die Stücke sind für einen Jazzkontext ungewöhnlich kurz, doch ergeben diese Torsi und Fragmente in ihrer Gesamtheit einen Bewusstseinsstrom, der lange vor dem ersten Ton beginnt und nicht mit dem letzten abbricht. Ibrahims unbefangen intimes Verhältnis zum Ton kombiniert die abgeklärte Weisheit eines alten Schamanen mit der unstillbaren Neugier eines kleinen Jungen. Nicht selten vergisst man ganz und gar, dass da ein Piano erklingt, und glaubt einfach nur ein Kind mit heller Stimme singen zu hören. Ibrahim spricht im Zusammenhang mit seiner Musik nicht von Stücken, sondern von Songs, die er am liebsten singen lassen würde.

 

Der Name Abdullah Ibrahim gehört so untrennbar zur Jazzgeschichte wie Duke Ellington oder John Coltrane. Mit allen genannten Musikern hat der Pianist eng zusammengearbeitet, und doch ist seine Lebensgeschichte eine ganz einzigartige Story, die eng mit den globalen Geschicken des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Als Adolphe Johannes Brand 1934 in Kapstadt geboren, arbeitete er unter dem Namen Dollar Brand ab 1949 als Berufsmusiker, begleitete Miriam Makeba und gründete die Band Jazz Epistles, die internationale Anerkennung erfuhr. 1962 migrierte er nach Europa und wurde von Duke Ellington entdeckt und nach New York geholt.

Ein Triumph auf dem Newport Jazz Festival sollte seine Eintrittskarte in die erste Liga des Jazz sein. Er gehörte zur Avantgarde von New York und schulte an der Seite von Ornette Coleman und John Coltrane nicht nur seinen Sinn für Improvisation, sondern begab sich auch auf ein spirituelles Gleis, das er bis heute nicht mehr verlassen sollte.

1968 konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Abdullah Ibrahim an, der im Lauf der nächsten Jahrzehnte ganz behutsam das Trademark Dollar Brand ablöste. In den siebziger und achtziger Jahren war er die Figur für afrikanischen Jazz schlechthin. Erinnert sei nur an Alben wie „Echoes From Africa“ (1979, im Duo mit Dyani), „African Marketplace“ (1980) oder „Zimbabwe“ (1983), die eine bis dahin undenkbar organische Verbindung zwischen amerikanischem Jazz und afrikanischer Rootsmusik beschrieben. Die Abschaffung der Apartheid war auch für Abdullah Ibrahim ein Befreiungsschlag. 1994 spielte er auf der Amtseinführung Nelson Mandelas.

 


LITTLE BIG BAND

 

Ob Opern- oder Konzerthaus, Theater oder Musicalbühne; ein festes künstlerisches Ensemble ist für die meisten Kultureinrichtungen Standard. Im Jazz-Bereich sind dafür u.a. die Jazz Bigbands der öffentlich-rechtlichen Radiosender bekannt. In Berlin gab es in der Vergangenheit verschiedene Ansätze für einen festen Ort mit eigenem Jazz-Ensemble, lange Zeit allerdings ohne Resultat - bis zur Gründung der der LITTLE BIG BAND - dem hauseigenen World-Jazz-Ensemble der WERKSTATT DER KULTUREN. Ein Novum.

Die LITTLE BIG BAND ist ein sich ständig umformierendes Ensemble aus Jazz- und World-Musiker_innen. Mehr als 100 Künstler_innen spielen rund 50 Instrumente - vom Trio bis zum Orchester.

Der feste Nukleus von Musiker_innen wird im Rahmen von HOMAGE SESSION RELOADED durch Kolleg_innen des Projekts THE SOUND ROUTES verstärkt  – abhängig davon, welche Werke welcher World-Jazz-Komponist_innen gespielt und interpretiert werden.

Saxophonist Fuasi Abdul-Khaliq fungiert als Bandleader der LITTLE BIG BAND und Kurator der Konzertreihe HOMAGE SESSION RELOADED.

  

Werde Fan der LITTLE BIG BAND!


 

   


  


Die WERKSTATT DER KULTUREN wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.