Februar 2018

 

„Es ging Tag und Nacht, liebes Kind: Z***r (Sinti) in Auschwitz“

Freitag 23.02.2018 19:30 | Saal

Eintritt: frei, Spenden (3-10 EUR) werden erbeten

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ Paria e.V.

Kooperation

Filmscreening und Diskussion*

*In den Filmtiteln wird der Begriff "Zigeuner" verwendnet. Sie dazu Stellungnahme des Zentralrat Deutscher Sinti & Roma.

Im Anschluss an das Filmscreening: Diskussion, moderiert von Filis Demirova (PARIA e.V.)

  

„Es ging Tag und Nacht, liebes Kind: Z***r (Sinti) in Auschwitz“
Dokumentarfilm von Melanie Spitta und Katrin Seybold, 75 min., 1982

Ein dokumentarischer Film über Leben und Kultur der in Deutschland lebenden Sinti, in deren Kultur das Erzählen eine wichtige Rolle spielt. Überlebende einiger Sinti-Familien erzählen von ihrem Leidensweg während des Dritten Reichs, als sie von den Nazis verfolgt, eingesperrt und ermordet wurden. Im Herbst 1981 haben sie in Begleitung der Kamera zum ersten Mal nach fast 40 Jahren das "Z***rlager" in Auschwitz besucht.

  

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Filmemacherinnen

 


Katrin Seybold
© Barbara Mayr 
Melanie Spitta
© Carmen Spitta de Jonck

Katrin Seybold war eine mehrfach preisgekrönte Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Über Regieassistenzen bei Hans Rolf Strobel und Edgar Reitz kam sie in den 1970er Jahren zum Film und arbeitete in der Folge als Regisseurin von Dokumentationen mit dem Themenschwerpunkt Nationalsozialismus, Widerstand und Judenverfolgung. Seit 1994 war sie Mitglied der Akademie der Künste (Berlin).

 

 

 

 

 

Melanie Spitta war eine Filmemacherin und Bürgerrechtlerin aus der Minderheit der Sinti. In den 1980er Jahren arbeitete sie als Filmautorin zusammen mit der Regisseurin Katrin Seybold an Dokumentarfilmen über die Lage der Sinti in Deutschland, kämpfte als Bürgerrechtlerin für die Gleichstellung der Frauen unter den Sinti und in der gesamten Gesellschaft und arbeitete unentwegt als Beraterin und Publizistin. Bis sie, Katrin Seybold, Siegmund Wolf und Zeitzeugen der NS-Verfolgung sich im Rahmen der Dokumentarfilme daran machten, das Archivgut im Bundesarchiv zu sichten, gab es bis auf ein Foto von Eva Justin kein publiziertes Foto der Täter aus der Belegschaft der sogenannten "Rassenhygienischen Forschungsstelle".

   

 

  

 

PARIA e.V. ist eine Roma-Selbstorganisation, gegründet 2012 in Berlin von Filis Demirova und Georgel Caldararu.

Erläuterungen zum Begriff „Zigeuner“


(Quelle: Zentralrat Deutscher Sinti & Roma, Stellungnahme vom 9. Oktober 2015)

„Zigeuner“ ist eine von Klischees überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft, die von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird – so haben sich die Sinti und Roma nämlich niemals selbst genannt. Die Durchsetzung der Eigenbezeichnung Sinti und Roma im öffentlichen Diskurs war von Anfang an ein zentrales Anliegen der Bürgerrechtsbewegung, die sich vor allem seit Ende der Siebzigerjahre in der Bundesrepublik formierte. Dadurch sollte zugleich ein Bewusstsein für jene Vorurteilsstrukturen und Ausgrenzungsmechanismen geschaffen werden, die im Stereotyp vom „Zigeuner“ ihre Wurzeln haben.

„Sinti“ bezeichnet die in Mitteleuropa seit dem ausgehenden Mittelalter beheimateten Angehörigen der Minderheit, „Roma“ jene ost- bzw. süd-osteuropäischer Herkunft. Die nationalen Sinti- und Roma-Gemeinschaften sind durch die Geschichte und Kultur ihrer jeweiligen Heimatländer stark geprägt. Dies hat sich auch in der Sprache der Sinti und Roma, dem Romanes, niedergeschlagen: Durch die Aufnahme von Lehnwörtern aus der jeweiligen Landessprache haben sich in den verschiedenen Staaten Europas über die Jahrhunderte unterschiedliche Romanes-Sprachen herausgebildet.