Januar 2017

 

Jahrestag der ägyptischen Revolution vom 25. Januar: Musik in Zeiten des Wandels

Mittwoch 25.01.2017 20:00 | Saal

Eintritt: 5 €

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen/ / Mayadin al Tahrir e.V. / EUME
Kurator/-in: Viola Shafik

Kooperation

Jahrestag der ägyptischen Revolution vom 25. Januar: Musik in Zeiten des Wandels

 

"Yallah! Underground"
Musik-Dokumentation von Farid Eslam

CZ/D 2015, 85 Min, englisch/arabisch mit engl. UT

Gäste/Disskutant*innen: Stefan Pethke/Alia Mossallam/Ahmed Badawi

YALLAH! UNDERGROUND folgt einigen der einflussreichsten und progressivsten Künstler*innen der heutigen arabischen Underground-Kultur von 2009 bis 2013 (vor, während und nach dem Arabischen Frühling), und dokumentiert ihre Arbeiten, Hoffnungen und Ängste in einer Zeit grosser Veränderungen innerhalb der arabischen Welt.
Im Mittleren Osten, einer Region voller Spannungen, kämpfen junge arabische Künstler*innen seit Jahren darum, sich frei ausdrücken zu können und liberale Ansichten innerhalb ihrer Gesellschaften zu vertreten.
Während des Arabischen Frühlings hatten lokale Künstler, ebenso wie viele andere dieser jungen arabischen Generation, grosse Erwartungen an die Zukunft und nahmen aktiv an den Protesten teil. Doch nach Jahren der Unruhen und Instabilität sind sie nun sowohl mit alten als auch neuen Problemen konfrontiert, zerrissen zwischen Gefühlen der Enttäuschung und einer vagen Hoffnung an eine bessere Zukunft.

Im Anschluss an den Film Gespräch mit: 

Farid Eslam stammt aus Frankfurt, Deutschland, lebt heute in Prag, wo er auch sein Filmstudium an der FAMU (Film and TV School of the Academy of Performing Arts) absolvierte. Er führte Regie bei Werbefilmen, preisgekrönten Musik-Videos und Musik-Dokumentationen. Abgesehen von seiner kommerziellen Arbeit liegt sein Schwerpunkt auf Jugendkultur und sozialen Angelegenheiten. Farid ist der Begründer von Mind Riot Media, einem kreativen Produktionshaus, die sich auf die Entwicklung und Produktion von Filmen, Werbefilmen, TV-Stoffen und Vermarktung konzentriert.

Alia Mossallam hat in Politikwissenschaften promoviert und an der American University in Cairo (AUC), am Cairo Institute for Liberal Arts and Sciences (CILAS) unterrichtet, sowie eine Reihe von Werkstätten, ‘Ihky ya tarikh’ (Speak, history) mit Studenten, Aktivisten und KünstlerInnen in der ägyptischen Provinz veranstaltet. Ihr Hauptineteresse gilt der Erkundung alternativer Geschichten aus der Vergangenheit durch populäre Erzählungen und Lieder. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Artikel über Jugend-Aktivismus im Band Democratic Transition in the Middle East, eine Arbeitergeschichte des Assuan Staudamms im Journal of Water History, und ein im Erscheinen begriffener Artikel über die Geschichte der Werkstätten in Ägypten im History Workshop Journal. She schreibt außerdem für Mada Masr und experimentiert mit dem Schreiben von Theaterstücken.

Ahmed Badawi ist zur Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Otto-Suhr Institut, Freie University Berlin und einer der Mitbegründer von Transform e.V. Im Jahr 2001 trat er dem Deutschen Institut für Internationale und Sicherheitsangelegenheiten (Stiftung Wissenschaft und Politik) bei. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Frieden und Entwicklung (Universität Duisburg-Essen), der Oxford Research Group, der International Crisis Group und am Zentrum Moderner Orient. Bervor er 1999 Ägypten verließ, arbeitete er als Journalist in Presse und Fernsehen sowie als Community-Entwicklungsspezialist. Er ist ausgebildeter Gruppenmediator seit 1993, hat einen MSc in Development Studies an der SOAS (University of London) erworben und promovierte in Politikwissenschaften an der Humboldt Universität, Berlin.

Stefan Pethke
ist Absolvent der Deutschen Film- und Fernseh-Akademie Berlin (DFFB). Er war Gründungsmitglied von ENTUZIAZM – Freunde der Vermittlung von Film und Text e.V. und dadurch Mitwirkender an den Projekten „Kunst der Vermittlung – aus den Archiven des Filmvermittelnden Films“ (2007 – 2009), dem „Living Archive“ (Arsenal – Institut für Film und Videokunst; 2011 – 2013), sowie „Visionary Archive“. Er war außerdem für das Auswahlkommittee des Berlinale Talent Campus (2006 – 2012) tätig und ist seit 2007 Programmkoordinator von UNERHÖRT!, dem Internationalen Musikfilmfestival Hamburg. Ferner arbeitet er als Untertitler und Übersetzer für Film-Relevantes.
 

Teaser:

  


 

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Weitere Termine:

  • 23.02. Ali im Paradies/Jannat Ali/My Name Is Not Ali by Viola Shafik
  • 30.03. In this Land Lay Graves of Mine (documentary, Lebanon, 2015) by Reine Mitri in cooperation with alfilm
  • 27.04. Rif 58-59 (documentary, Morocco, 2014) by Tarik el-Idrissi
  • 01.06. Houses Without Doors (documentary, Syria/Lebanon, 2016) by Avo Kaprealian (angefragt)
     

 

Beyond Spring - Arabische Filmreihe

Im Jahr 2010 haben die ersten Proteste in Tunesien eine Welle von Aufständen im Nahen Osten und in Nordafrika ausgelöst, die als der arabische Frühling bekannt wurden. Die Geschichte der Region geht aber über besagten Frühling hinaus.

Mit einer speziellen Auswahl an Dokumentar- und Spielfilmen, kuratiert von Viola Shafik stellt die Filmreihe Beyond Spring Werke aus verschiedenen arabischen Ländern vor. Ihr Ziel ist es, die sozialen und politischen Verhältnisse in der Region in Augenschein zu nehmen und unser Verständnis von den verschiedenen Aspekten - sei es Klassenverhältnisse, Geschlecht oder Politik - zu verbessern und sich mit Fragen rund um Konfessionalismus, soziale Gerechtigkeit, Geschlechterfragen sowie die Palästina-Frage auseinandersetzen.

Die Aufführungen werden begleitet von Diskussionen und von Experten des EUME (Europe in the Middle East – The Middle East in Europe), einem Forschungsprogramm am Forum Transregionale Studien.

 

 Die Kuratorin

  

Viola Shafik, Dr. phil., ist freischaffende Filmemacherin, Kuratorin und Filmwissenschaftlerin. Sie veröffentlichte u.a. Arab Cinema: History and Cultural Identity, AUC-Press, Cairo, 1998 und Popular Egyptian Cinema: Gender, Class and Nation, AUC-Press, 2007. Sie lehrte an der American University in Cairo sowie an der Universität Zürich. Sie ist im Auswahlkommitte des Rawi Screenwriters’ Lab und des World Cinema Funds der Berlinale. Sie führte Regie bei mehreren Dokumentarfilmen, u.a. Ali im Paradies/My Name is not Ali (2011) und Arij - Scent of Revolution (2014).

Zur Zeit lehrt sie an der Humboldt Universität, Berlin sowie an der Ludwig Maximilian Universität, München.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Mayadin al Tahrir e.V. und EUME (Europe in the Middle East – The Middle East in Europe).