Dezember 2014

 

World Wide Cinema

Donnerstag 04.12.2014 19:00 | Saal

Eintritt: frei

Veranstalter/-in: Werkstatt der Kulturen
Kurator/-in: Fátima Lacerda

Produktion Flyer

 

Tex

Deus e o Diabo na Terra do Sol

Brasilien | 1964 | S/W | 115 min. | Portugiesisch mit deutschen Untertiteln

  • Darsteller_innen: Geraldo del Rey (Manuel), Yoná Magalhães (Rosa), Othon Bastos (Corisco), Maurício do Valle (Antônio das Mortes), Lidio Silva (Sebastião)
  • Produktion: Copacabana Filmes, Luiz Augusto Mendes
  • Drehbuch: Glauber Rocha, Walter Lima Junior, Paulo Gil Soares
  • Kamera: Waldemar Lima
  • Musik: Heitor Villa-Lobos, Sérgio Ricardo, Glauber Rocha
  • Regie: Glauber Rocha
     

 

Manuel flieht mit seiner Frau Rosa in den Sertão, nachdem er seinen Oberst attackiert hat. Sie begegnen dem mystischen Sebastião, der einen baldigen Umsturz voraussagt. Der Prophet und seine Gläubigen werden von Antonio das Mortes, dem Helfershelfer der Großgrundbesitzer, umgebracht. Manuel und Rosa sind die einzigen Überlebenden und treffen den Rest einer Banditenbande. Ihr Anführer Corisco will den Sertão in Brand stecken.

Kraftvoll und unfassbar zugleich, ist dieses Schlüsselwerk des "Cinema Novo" von volkstümlichen und barocken Traditionen sowie den Einflüssen einer mystischen, gewalttätigen Religiosität geprägt. Die Bewusstwerdung und Infragestellung der sozialen Ungerechtigkeit beschäftigen die Filmemacher, die in diesen bewegten Jahren ihr Handwerk in den Dienst der Unterdrückten stellen.

Mit dieser Inszenierung des unaufhörlichen Konflikts zwischen Gott und Teufel führt uns Glauber Rocha die falschen Hoffnungen vor Augen, die religiöse Fanatiker oder machtgierige Revolutionäre dem Volk vorgaukeln, und zeigt uns auf diese Weise die großen sozialen und kulturellen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit.


Die Vorführung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von der Firma Copyrights Consultoria Ltda. in Rio de Janeiro.

Der Regisseur Glauber Pedro de Andrade Rocha (* 14. März 1938 in Vitória da Conquista, Brasilien; † 22. August 1981 in Rio de Janeiro, Brasilien) war ein brasilianischer Filmregisseur und als solcher einer der wichtigsten Vertreter des Cinema Novo, einer Filmrichtung, die Ende der 1950er Jahre in Brasilien entstanden ist.

Das Cinema Novo stellt eine Gegenbewegung zum Hollywood-Kino dar, das in dieser Zeit den brasilianischen Filmmarkt dominierte. Ziele des Cinema Novo sind der Kampf gegen die Übermacht des US-amerikanischen Films, die Besinnung auf nationale Traditionen, Kritik an sozialer Ungerechtigkeit und der filmischer Dialog mit dem Volk.


Der Film wird gezeigt im Rahmen der 7-teiligen Kino-Reihe EN FOCAR RELIGIÓN.RELIGIÃO EM FOCO, kuratiert von Fátima Lacerda, vom 13. November bis 18. Dezember 2014.