News

 

Deutscher Multimediapreis geht an WdK-Co-Produktion

"Kiez der Kinder" gewinnt Sonderpreis "online vernetzt" beim MB 21 – Deutscher Multimediapreis 2011

Einen Preis hat die Produktion „Kiez der Kinder“ beim REC for Kids-Filmfestival im September in Berlin
bereits abgeräumt – nun wurde es der Sonderpreis „Online vernetzt“ des Deutschen Multimediapreises „MB21 – Mediale Bildwelten“, der am 12. November 2011 in Dresden verliehen wurde. 

Unter dem Übertitel „Kiez der Kinder“ hatten die Filmemacherinnen Masayo Kajimura, Inga Pfafferott und Irati Elorrieta gemeinsam mit einer 6. Klasse der Kreuzberger Lemgo-Grundschule sowie mit 4-6.-Klässlern der Neuköllner Karlsgarten-Grundschule zwei experimentelle Kurzfilme produziert, die die Lebenswelten der Kinder in ihrer Nachbarschaft einfingen. Bei „Unser Graefekiez“ der Lemgo-Kinder und bei „Unsere Seite der Hasenheide“ der Karlsgarten-Kinder fungierte die Werkstatt der Kulturen als Produzentin und Kooperationspartnerin.

NEUER TEILNAHMEREKORD
Noch nie haben sich so viele Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland beim Deutschen Multimediapreis „MB21 – Mediale Bildwelten“ beteiligt, wie in diesem Jahr. „Mehr als 1.700 Kinder und Jugendliche haben mitgemacht und insgesamt 234 Beiträge eingereicht“, freut sich Daniel Seitz, Projektleiter MB21 beim Medienkulturzentrum Dresden. „Das ist seit Beginn 1998 die höchste Teilnehmerzahl.“ Die meisten Einreichungen, insgesamt 101 Produkte, stammen von Jugendlichen der Altersklasse 16 bis 21 Jahre. Mit 69 multimedialen Kreationen sind die 12- bis 15-Jährigen die zweitstärkste Gruppe. Aber auch in der Kategorie „7 bis 11 Jahre“ erreichten 36 Produktionen von Kindern aus ganz Deutschland das Wettbewerbsbüro. Darüber hinaus waren selbst die Jüngsten sehr aktiv: Zwölf Prozent, also 28 Beiträge, kommen von Kids unter sieben Jahren.

„Von Schleswig-Holstein bis Bayern, vom Saarland bis Sachsen – junge Medienmacher aus dem gesamten Bundesgebiet haben tolle Produkte eingeschickt“, erklärt Robert Herfurtner, MB21- Projektleiter vom Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF). Im bundesweiten Vergleich sind die baden-württembergischen Kinder und Jugendlichen am eifrigsten. Mit 51 Einreichungen, insgesamt 22 Prozent aller Beiträge, belegen sie Platz eins aller Bundesländer, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (17 Prozent), Bayern (13 Prozent) und Sachsen (10 Prozent) auf den Rängen zwei, drei und vier. Die Jury, bestehend aus Fachleuten der Medienpädagogik, namhaften Kulturwissenschaftlern und Vertretern der Landeshauptstadt Dresden, hatte insgesamt 21 Kandidaten für die Preisverleihung am 12. November 2011 in Dresden nominiert. Alle Preisträger findet man unter www.mb21.de. Veranstaltet und organisiert wird der Deutsche Multimediapreis für Kinder und Jugendliche „MB21 – Mediale Bildwelten“ vom Medienkulturzentrum Dresden und dem Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland. Der Wettbewerb wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Landeshauptstadt Dresden und weiteren Partnern.


„KIEZ DER KINDER“ – DAS PROJEKT
Im November 2010 erhielten die Kinder der Karlsgarten Grundschule in Neukölln einen Videobrief von der anderen Seite der Hasenheide: Die Kinder der Lemgo-Grundschule in Kreuzberg fragten sie nach ihrem Leben, ihren Wünschen und Träumen und ihren Lieblingsorten im Kiez. Als Antwort drehten die Kinder einen bunten Film, der aus Reportagen und Tricksequenzen besteht. Darin zeigen sie Orte und Menschen in ihrem Kiez südlich der Hasenheide und erzählen Geschichten aus ihrem Leben, manche davon wahr und manche erträumt. Diesen Film schickten sie zurück nach Kreuzberg und nun machten sich die Kinder der Lemgo-Grundschule an die Arbeit und antworteten mit einem Film über den Graefekiez. Die Filme vermischen Fiktion und Realität und bestehen aus dokumentarischen, inszenierten sowie animierten Teilen, die miteinander verwoben sind. Als Forscher, Reporter, Bastler, Trickanimateure, Schauspieler, Kameraleute und Stadtentwickler sammelten die Kinder vielfältige Erfahrungen und erschlossen den Kiez als gemeinsam erlebbaren und nutzbaren Raum. Die Kinder durchliefen drei verschiedene „Werkstätten“. Dabei spielte das Thema der Interkulturalität bei der Erschließung des Kiezes als gemeinsamen Lebensraum eine wichtige Rolle, da für eine sensible und kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft im sonstigen Schulalltag selten Raum ist.

Die Filme der beiden Schulkassen wurden auf einer gemeinsamen Premiere in der Werkstatt der Kulturen präsentiert. Hier lernten sich die „Videobrieffreunde“ zum ersten Mal persönlich kennen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hatten sie Gelegenheit, sich gegenseitig Fragen über ihre Filme und Kieze zu stellen. Dabei wurde deutlich, dass die Kinder die Arbeit und Kreativität der anderen Klasse wertschätzen konnten, aber gleichzeitig auf ihren eigenen Film ganz besonders stolz waren. Eindrucksvoll wurde durch ihre Aussagen deutlich, wie viel die Kinder während der Projektwochen über filmisches Arbeiten und über Teamarbeit gelernt hatten und dass sie sich intensiv mit ihren Lebenswelten auseinandergesetzt hatten. Die Filme stießen auf sehr positive Resonanz bei Kindern und Erwachsenen. Das Projekt ist langfristig angelegt, Ziel ist eine Videostadtkarte aus Sicht von Berliner Kindern. Die nächsten Projektwochen sind mit Schulen in Lichtenberg, Marzahn und im Märkischen Viertel geplant.

DIE MACHERINNEN
Konzipiert und umgesetzt wurde der Film in Kooperation mit der Werkstatt der Kulturen und den
Filmemacherinnen Irati Elorrieta, Masayo Kajimura, Inga Pfafferott. Irati Elorrieta ist Autorin und
Filmemacherin. Sie hat den Erzählungsroman "Burbuilak" veröffentlicht und mehrere Videoarbeiten
gemacht, die international gezeigt wurden. Sie hat als Cutterin für TV-Produktionen gearbeitet, darunter
eine Kinder-Doku-Serie. Sie ist Mitglied des Lichtblick Kinos und war dort von 2005 bis 2009 für das
Programm der monatlichen Kurzfilmreihe "Kurz Gesehen" verantwortlich. Masayo Kajimura ist
Videokünstlerin und Kuratorin. Sie hat mehrere Kurzfilme, Videoinstallationen und interdisziplinäre
Arbeiten mit Tanz und Musik gemacht, die international gezeigt und ausgestellt werden. Als Kuratorin
gestaltet sie Filmprogramme und Videokunstausstellungen und ist seit 2008 für die monatliche
Filmreihe "Made in Germany/Made in Europe" in der Werkstatt der Kulturen zuständig. Inga
Pfafferott ist Psychologin und Filmemacherin. Neben der Arbeit an Dokumentarfilmen als Kamerafrau
und Regisseurin, leitet sie seit 2006 interkulturelle medienpädagogische Projekte mit Kindern
und Jugendlichen auf lokaler und europäischer Ebene.

Mehr Infos: www.mb21.de
Reinschauen: www.youtube.com/wdkberlin

zurück zu Newsübersicht