Nelson Mandela Festival

 

1. Demokratisch gewählter Präsident Südafrikas

Die WERKSTATT DER KULTUREN veranstaltete zu Ehren des 90. Geburtstages von Nelson Mandela vom 18. – 20. Juli 2008 das Nelson Mandela Festival.

Zielsetzung war es, ein Wochenende lang die Errungenschaften des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas mit Konzerten, Diskursveranstaltungen, Lesungen und Filmen zu zelebrieren.

Veranstaltungsort: Das Festival fand im Open-Air-Kino Freiluftkino Hasenheide statt, einem ehemaligen Amphitheater mitten im Erholungspark „Hasenheide“ in Berlin Neukölln gelegen, einem Bezirk mit hohem afrikanischen Bevölkerungsanteil.

Partner
Veranstaltungspartner waren die Botschaft der Republik Südafrika und das Freiluftkino Hasenheide. Als Medienpartner fungierten der RBB mit seinem Sender radiomultikulti und die taz (die tageszeitung). Als Sponsoren traten auf: das Auswärtige Amt, die Amadeu Antonio Stiftung, die Agentur Allsports, die Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts, South African Airways und South African Tourism.

Ehrengast
Als besonderen Ehrengast durften wir Denis Goldberg begrüßen. Der Weggefährte Mandelas, der während des berühmten Rivonia-Prozesses gemeinsam mit Nelson Mandela zu vier Mal lebenslänglicher Haft verurteilt wurde, sprach bei der Eröffnung des Festivals und hielt am Folgetag einen bewegenden Vortrag über sein Leben im Widerstand gegen das Apartheidregime und seine Erfahrungen während seiner 22-jährigen Haft als ANC-Mitglied.

Eröffnungszeremonie
Das Festival wurde offiziell am Freitag, den 18. Juli um 20:30 Uhr nach einem kleinen VIP-Empfang eröffnet. Es waren ca. 600 Besucher zugegen. Die Eröffnungs-Reden wurde gehalten von Frau Philippa Ebéné, Geschäftsführerin / künstlerische Leiterin der Werkstatt der Kulturen, Herr Peter Krämer, Vorsitzender der Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und Menschenrechte, Frau Dr. Heidi Knake-Werner, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Herr Eddie Funde Botschafter der Republik Südafrika und dem Ehrengast Herr Denis Goldberg. Die Eröffnung wurde moderiert von Herrn Kofi Yakpo, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag.


Programm
Das Festival präsentierte eine Varietät afrikanischer – insbesondere südafrikanischer – Kultur durch Musik, Filme, Wortveranstaltungen, Info-Stände und Kulinarisches.

Musikprogramm
Traditionelle MusikerInnen sowie Pop-, und Jazz-KünstlerInnen aus Südafrika, anderen afrikanischen Ländern und der afrikanischen Diaspora kamen zusammen, um gemeinsam zu Ehren einer der größten lebenden Ikonen des afrikanischen Kontinentes zu spielen. Unter den KünstlerInnen befanden sich die mehrfache ausgezeichnete südafrikanische Band Freshlyground, die international bekannte Jazz-Sängerin Simphiwe Dana, die senegalesische Band Griot Music Company unter der Leitung von Abdourahmane Diop, das Avantgarde-Trio Three Kings unter der Leitung des renommierten haitianisch- amerikanischen Gitarristen Jean-Paul Bourelly, der Kora-Virtuose Fily Sako aus Mali, die Sängerin Natasha Roth aus Cape Town und die Hausband des Radiosenders radiomultikulti, Los Multikultis.

Filmprogramm
Das Freiluftkino Hasenheide zeigte jeden Abend um 22:00 Uhr einen thematisch relevanten Film. Gezeigt wurden „Drum“, „Amandla!“ und der Oscar nominierte Dokumentarfilm Nelson Mandela – Son of Afrika, Father of a Nation.

Wortprogramm
Das Afro-Berliner Schauspiel-Ensemble abok trug afrikanische Liebesgedichte vor, SchülerInnen der Nelson Mandela Schule lasen Briefe an das Geburtstagskind vor und Denis Goldberg hielt einen sehr bewegenden, einstündigen Vortrag mit anschließender, reger Diskussion.


Stände
Im Eingangsbereich des Freiluftkinos fanden sich einige ausgesuchte Stände mit Infos zu afrikanischen Aktivitäten in Berlin, afrikanischem Kunsthandwerk, und afrikanischem Essen.

Resonanz
Dem Festival war eine Pressekonferenz vorausgegangen. Entsprechend wurde es von den relevanten Print- und Radio-Medien gut aufgenommen. Darüber hinaus waren Info-Postkarten und Poster in der ganzen Stadt verteilt worden. Die Werkstatt der Kulturen rechnete mit 3.000 – 4.000 BesucherInnen. Tatsächlich konnten – trotz regelmäßiger Regenschauer – fast 7.000 BesucherInnen an diesen 2 1/2 Tagen beim Nelson Mandela Festival begrüßt werden.
Die Atmosphäre während des Festivals war durchgehend von hoher Entspanntheit und Fröhlichkeit gekennzeichnet und von einer ausgesprochen feierlichen Stimmung geprägt. Dies mag nicht zuletzt auch der Wahl des sehr speziellen Veranstaltungsortes geschuldet sein.

Fazit
Die Veranstaltung war ein großartiger Erfolg! Das Konzept, ein kulturell und politisch anspruchsvolles, interdisziplinäres Umsonst-und-Draußen-Festival anzubieten ging bestens auf.
Ein Fest zu Ehren eines der international bedeutendsten und meist respektierten Politiker unserer Zeit zog viele sehr unterschiedliche Menschen aus ganz Berlin an: Junge und Alte, vermögende und weniger etablierte BerlinerInnen aus allen kulturellen, sozialen und ethnischen Milieus der Stadt kamen hier zusammen, um gemeinsam einem großen Mann und Vorbild die Ehre zu erweisen und ihn zu feiern.

Das Festival zelebrierte Mandela und seine Errungenschaften für kulturelle Diversität und damit auch die kulturelle Vielfalt des heutigen Berlins. Damit kam es zu einer sehr gelungen Verknüpfung des sowohl globalen als auch lokalen Themas Transkulturalität.